Gewitterfotografie – 6 Tipps für bessere Bilder

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Fotografieren bei Gewitter
Wie du dich auf das Fotografieren bei Gewitter vorbereitest, deine Kamera einstellst, welches Equipment wir empfehlen und andere Tipps und Tricks findest du in diesen kleinen Tutorial.

Bald schon steht der Herbst vor der Tür. Und damit auch die Gewitterzeit. In unserem kleinen Tutorial erfährst du, wie du bei Gewitter schöne Fotos machst.

Gewitter haben durchaus ihre Reize, besonders was die Fotografie angeht, denn sie gehören zu den imposantesten Naturschauspielen. Blitz und Donner können für richtig tolle Fotos sorgen, wenn man weiß wie es geht und dabei auch tunlichst genau auf die eigene Sicherheit achtet. Wenn dann noch die Kulisse stimmt – Blitze alleine sind ja auch langweilig – steht eindrucksvollen Bildern kaum noch was im Wege. Wie du dich vorbereitest, deine Kamera einstellst, welches Equipment wir empfehlen und andere Tipps und Tricks findest du in diesen kleinen Tutorial.

Safety first – Gewitterfotografie ist nicht ungefährlich

Fakt ist, wer sich bei Blitz und Donner im Freien aufhält, kann von einem Blitz getroffen werden. Das gilt auch für Fotografen. Man vergleicht zwar diese Wahrscheinlichkeit immer wieder mit dem Sechser im Lotto, aber du solltest in dem Fall das Risiko nicht herausfordern.

Blitze hinter der Scheibe eines Gebäudes zu fotografieren ist dabei die sicherste Variante. Genauso sicher ist auch das Fotografieren vom Auto aus (Stichwort: Faradayscher Käfig). Natürlich nicht während der Fahrt, versteht sich…

Gewitterfotografie Sicherheit
Der sicherste Platz zum Fotografieren bei Gewitter ist in Gebäuden. Es ist aber auch der unflexibelste.

Gebäude und Fahrzeug haben aber einen gemeinsamen Nachteil: man kann diese meistens nicht dort abstellen, wo es gerade fotografisch interessant zur Sache geht. Was bei Fahrzeugen vielleicht noch geht, wird bei Gebäuden schwierig…

Bleibt nur der Weg nach draußen. Doch auch wenn das Gewitter weit entfernt scheint, solltest du dich nicht zu sicher fühlen und gut aufpassen. Trotz der Entfernung können Blitze jederzeit ganz in deiner Nähe einschlagen. Gewitter sind unberechenbar. Wenn du das immer im Kopf behältst wird du unbeschadet viele schöne Bilder aufnehmen können.

 6 Tipps für bessere Bilder bei Gewitter

1. Standortwahl
Gewitterfotografie Standort
Langweilig oder spannend – der richtige Standort entscheidet

Achte bei der Standortwahl nicht nur auf den Himmel. Genauso wichtig für gute Gewitter-Bilder ist das Drumherum. Landschaften und Objekte werden von den Blitzen wie mit einem gigantischen Blitzgerät ausgeleuchtet, da möchtest du doch keine Müllkippe im Hintergrund haben. Also, schau schon tagsüber noch tollen Landstrichten oder Umgebungsdetails, die deine Bilder einzigartig machen können.

Achte aber auch auf den Vordergrund. Der sollte in unmittelbarer Nähe nicht mit Bäumen und Büschen durchwachsen sein, damit du und deine Kamera freie Sicht haben. Wenn du mit Weitwinkeloptiken arbeitest, sind zudem leicht erhöhte Standpunkte ideal.

2. Vor Ort
Gewitter Objektive
Warten aufs Donnerwetter, mit dem Tokina 14-20mm Objektiv und einem standfesten Stativ

Hast du den richtigen Standpunkt gefunden, montierst du deine Kamera aufs Stativ. Richte anschließend dein Objektiv dorthin aus, wo die Lichtshow stattfindet. Manchmal blitzt es überall, dann kannst du aus dem Vollen schöpfen und dir den idealen Bildausschnitt aussuchen. Schwieriger ist es, wenn es nur vereinzelt blitzt, dann ist das richtige Timing entscheidend und das Ganze kann sich zu einer Lotterie entwickeln.

Die Kamera

Um Gewitter bestmöglich zu fotografieren musst du die volle Kontrolle über deine Kamera behalten. Das machst du, indem du sie manuell einstellst und bedienst, da mit langen Belichtungszeiten und niedriger ISO gearbeitet wird. Das manuelle Arbeiten gewährleistet, dass die Kamera nicht durch Automatiken beeinflusst wird, die solchen Aufnahmesituationen nicht gewachsen sind.

Gewitterfotografie Kamera
Jede Kamera, die Langzeitbelichtung (Bulb) beherrscht, kann für die Gewitterfotografie benutzt werden.

Jede Kamera, die Langzeitbelichtung (Bulb) beherrscht, kann für die Gewitterfotografie benutzt werden. Ideal zum Auslösen der Kamera ist hierbei ein Fernauslöser, um Verwackler zu vermeiden. Das muss aber kein externer Auslöser sein, der Selbstauslöser der Kamera tut es auch. Den stellst du einfach auf 2 Sekunden ein und die Kamera löst von selbst aus. Das antippen des Auslösers mit dem Finger würde bei den erforderlichen langen Belichtungszeiten unweigerlich zu unscharfen Fotos führen.

Apropos Belichtungszeit. Diese orientiert sich in der Nacht nicht nach den Blitzen, sondern nach dem Umgebungslicht, also Haus- und Straßenbeleuchtungen, Laternen. Wenn es pechrabenschwarzdunkel ist, kann die Belichtungszeit schon mal mehrere Minuten lang sein. Je mehr Lichtquellen in der Umgebung verfügbar sind, umso kürzer wird hingegen die Belichtungszeit. Hier hilft nur ausprobieren, eine Standardlösung in Sachen Belichtungszeitvorgabe gibt es in dem Fall nicht. Mit 30 Sekunden zu beginnen ist aber ein guter Ausgangspunkt für die Feinarbeit.

Das richtige Objektiv
Gewitter fotografieren mit Weitwinkelobjektiv
Da du nicht wissen kannst, wo der nächste Blitz erscheint, solltest du versuchen, möglichst viel vom Himmel einzufangen. Ideal dafür geeignet ist ein Weitwinkelobjektiv.

Bei der Auswahl des Objektivs solltest du auf eine für die Gewitterfotografie geeignete Brennweite achten, die sich im moderaten Weitwinkelbereich zwischen 16 bis etwa 35 mm bewegt. Mit diesem Brennweitenbereich stellst du sicher, dass auch der Vordergrund im Bild zu sehen ist und du durch den weiten Aufnahmewinkel einen größeren Himmelsbereich im Bild einfangen kannst. Denn ein Blitz lässt sich nun mal nicht wie ein Model dirigieren. Er blitzt einfach so, wie er will. Deshalb sind gute Gewitterbilder auch ein wenig vom Glück abhängig.

Gewitterfotografie - das richtige Objektiv
Blitze, die mit Brennweite 135mm fotografiert wurden. Physikalisch bedingt wird den Blitzen durch lange Brennweiten ab ca. 100mm zunehmend die weiße Farbe entzogen und diese erscheinen orange bis knallrot.

Superweitwinkelbrennweiten unter 16 Millimetern sind allerdings kontraproduktiv, weil die Blitze hiermit zu klein abgebildet würden. Man müsste hiermit weiter ran gehen, was das Ganze wieder gefährlicher macht. Auch längere Brennweiten ab ca. 100 Millimetern sind nicht ideal, da diese den Blitzen aus physikalischen Gründen mit zunehmender Brennweite die weiße Farbe entziehen und im strahlenden rot erscheinen lassen. Wenn man genau das möchte, kann man das natürlich machen – Kreativität ist ja grenzenlos.

Empfehlenswert für die Gewitterfotografie sind Zoomobjektive wie das Tokina AT-X 2/14-20 mm PRO DX, das gleich mehrere Brennweiten im genannten Bereich abdeckt oder auch Festbrennweiten, wie die Objektive von Samyang mit 16mm, 20mm, 24mm oder 35mm. Wenn du eine spiegellose Systemkamera von SONY besitzt, ist auch das Tokina FIRIN 20mm F2 FE MF sehr interessant.

Sinnvolles Zubehör

Die Belichtungszeiten, die mehrere Minuten lang sein können, machen die Verwendung eines Stativs unumgänglich. Das sollte zudem nicht zu leicht sein, da Gewitter meistens in Verbindung mit mehr oder weniger starken Winden auftreten. Stative aus Carbon scheiden also aus, besser sind schwerere Alustative. Wenn dein Stativ einen Haken an der Mittelsäule besitzt, kannst du hier deinen Fotorucksack dranhängen, was die Stabilität zusätzlich verbessert.

HD Protector Filter von Hoya
HD Protector Filter von Hoya – hochwertige Klarglas-Schutzfilter, die weder die Farbwiedergabe noch die Abbildungsgüte deiner Objektive beeinträchtigen

Gewitter gehen meistens nicht ohne Regen vonstatten. Deshalb muss die Frontlinse des Objektivs vor Tropfen geschützt werden. Diese Tropfen machen nicht nur die Bilder zunichte, sie können auch das Objektiv beschädigen. Wenn es leicht tröpfelt reicht es oft aus, das Objektiv mit der Hand abzuschirmen. Besser ist es, gleich einen neutralen Schutzfilter mit Nano-Vergütung zu benutzen, der Wasser abperlen lässt. Schau dir dazu mal die HD Protector Filter von Hoya an. Das sind hochwertige Klarglas-Schutzfilter, die weder die Farbwiedergabe noch die Abbildungsgüte deiner Objektive beeinträchtigen. Dank extrem kurzer Fassungshöhe können sie auch bestens mit den oben genannten Weitwinkelbrennweiten benutzt werden.

Hydrophilic Coating Filter von Tokina
Hydrophilic Coating Filter von Tokina – lassen das Wasser nicht abperlen, sondern erzeugen einen gleichmäßigen, nicht sichtbaren ultradünnen Film auf der Glasoberfläche

Wenn die Gewitterfotografie nicht nur gelegentlich, sondern öfter zu deinem Fotorepertoire gehört, kannst du dir auch mal die Hydrophilic Coating Filter von Tokina näher anschauen. Diese hochwertigen Filter wurden eigentlich für Filmer entwickelt und lassen das Wasser nicht abperlen, sondern erzeugen aufgrund einer Spezialbeschichtung einen gleichmäßigen, unsichtbaren und ultradünnen Film auf der Glasoberfläche. Dies ermöglicht auch bei Regen jederzeit ein klares Bild. Da Regen aber auch Kontraste und Schärfe aus dem Bild nimmt, wäre es zugunsten perfekter Bilder natürlich die beste Idee, zu warten, bis es aufhört zu regnen.

Manuelles fotografieren

Damit der Fokus nicht abgelenkt wird, sollte bei der Gewitterfotografie manuell fokussiert werden. Mit Fokuspeaking und Lupe ist manuelles Fotografieren kein Hexenwerk. Da ohnehin Blitze aufgenommen werden, die sich in mehreren tausend Meter Entfernung befinden, kann man auch gleich die unendlich-Stellung des Fokusrings wählen. Aber aufgepasst: das Objektiv dafür nicht ungeprüft auf Anschlag stellen. Denn bei vielen Optiken befindet sich die unendlich-Markierung etwas vor dem Anschlag. Das letzte Stück dient lediglich zum Ausgleich des Auflagenmaßes. Teste am besten schon tagsüber, welche Fokusstellung maximale Schärfe ermöglicht.

Gewitter fotografieren hohe ISO
Wie wichtig eine niedrige ISO ist, zeigt dieses leicht verrauschte Bild, das mit ISO1600 aufgenommen wurde.

Bei den manuellen Einstellungen ist es wichtig, die ISO so niedrig wie möglich zu halten, also einen ISO-Wert von 100 oder 200 fest einzustellen. Als Blende wählst du abends und nachts Werte zwischen 8 und 11 aus, tagsüber kannst du auch bis Blende 16 abblenden. Als Belichtungszeit stellst du zu Beginn eine Langzeitbelichtung über 30 Sekunden ein. Eine gute Ausgangsbasis, um vor Ort die richtige Einstellung zu finden. Denn diese hängt, wie bereits oben beschrieben, vom Umgebungslicht ab. Diese Einstellung für die Langzeitbelichtung wird bei vielen Kameras als Bulb-Modus bezeichnet. Wenn es aber so richtig dunkel ist und du die eigene Hand nicht mehr vor Augen sehen kannst, dann halte dich nicht lange mit diesen 30 Sekunden Belichtungszeit auf, sondern versuche es gleich mal mit 3-4 Minuten.

Zeig uns deine Bilder

Du möchtest deine besten Gewitterfotos mit uns teilen? Schick sie uns via Facebook und wir werden diese bei uns veröffentlichen und dich kurz vorstellen – wenn du magst.

Bildmaterial © René Schubert, Hoya, Tokina, Samyang, Pexels

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