Wie du mit einem ND-Filter Personen aus dem Bild entfernst

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Menschenleere Straße mithilfe von ND-Filtern
Menschenleere Straße mithilfe von ND-Filtern

Wie du Menschen, Fahrzeuge oder andere bewegliche Elemente aus Fotos entfernst, ganz ohne Photoshop und Co. Alles, was du brauchst, ist deine Kamera mit Objektiv, ein Stativ und einen ND-Filter.

Wenn man eine beliebte Touristenattraktion, eine belebte Straße oder auch Fußgängerzone besucht, kann es schwierig sein, dort zu fotografieren, ohne dass andere Leute durchs Bild laufen. Außerdem ist es problematisch, Personen ohne deren Einverständnis mit zu fotografieren. Besonders dann, wenn du die Bilder auf Facebook, Instagram und Co. veröffentlichen möchtest.

ND-Filter Mallorca
Unmöglich: Menschenleere Straßen im Sommer nachts auf Mallorca? Doch, geht, mit einem ND-Filter.

Aber lassen wir mal das Recht an dieser Stelle außen vor und beschäftigen uns nur mit der technischen Seite. Wenn du dich also nicht gerade für einen geschäftigen, hektischen Look mit vielen Personen im Bild entscheidest, können diese Personen in bestimmten Einstellungen die Gesamtwirkung des Bildes zunichtemachen.

Um dein Foto zu machen, hast du vermutlich auch nicht ewig Zeit und möchtest dafür nicht bis zum Abend oder die frühen Morgenstunden warten, um auf eine möglichst menschenleere Szenerie zu treffen.

Die Lösung: ND-Filter

Mach dir keine Sorgen, denn es gibt eine einfache Lösung: Schraube einen ND-Filter auf dein Objektiv! Mit dem ND-Filter begrenzt du die einfallende Lichtmenge, die auf den Sensor deiner Kamera trifft, damit du den Verschluss länger offen halten und dennoch gut belichtete Ergebnisse erhältst. Je stärker der ND-Filter ist, desto länger kannst du Verschlusszeit deiner Kamera einstellen.

Menschen, Fahrzeuge oder andere bewegliche Elemente aus Fotos entfernst, ganz ohne Photoshop
Menschen, Fahrzeuge oder andere bewegliche Elemente aus Fotos entfernst, ganz ohne Photoshop

Es gilt die einfache Regel: Je stärker der ND-Filter, desto länger kannst du den Verschluss deiner Kamera offen halten, damit du Menschen effektiv aus deinem Bild verschwinden lassen kannst. Ein Hilfsmittel ist dabei unverzichtbar: ein Stativ!

Solange sich Personen bewegen (wichtig, denn stehende Personen sind weiterhin sichtbar) und du eine Verschlusszeit länger als ca. 5 Sekunden eingestellt hast, sollten jetzt Personen nicht mehr im Bild zu sehen sein.

Abhängig vom Umgebungslicht, können natürlich einige Anpassungen hinsichtlich Verschlusszeit, ISO und Blende, notwendig sein, um das Bild richtig belichtet zu bekommen. Das musst du vor Ort ausprobieren.

ND-Filter von Hoya. Erhältlich in vielen Stärken und Durchmessern.
ND-Filter von Hoya. Erhältlich in vielen Stärken und Durchmessern.

Dieser ND-Filter-Effekt kann in unterschiedlichem Ausmaß genutzt werden. Verwende eine kürzere Verschlusszeit (z.B. 5 Sekunden), um Unschärfen oder Andeutungen von sich bewegenden Personen im Bild zu hinterlassen. Du kennst sicher die Leuchtspuren, die Fahrzeuge hinterlassen, wenn lange belichtet wird. Das ist der gleiche Effekt.

Mit einer längeren Verschlusszeit (z.B. 25 Sekunden) hingegen kannst du Personen auch vollständig verschwinden lassen.

ND-Filter erhältst du u.a. von Hoya, Kenko und Cokin. Die Rundfilter von Hoya und Kenko sind in Stärken von bis zu ND1000 erhältlich sind. Cokin-Steckfilter sind als Verlaufsfilter bis zu einer Stärke von ND8 erhältlich, Voll-ND-Filter gar bis zu einer Stärke von ND1024.

Exkurs ND-Wert

Zur Erinnerung: Was bedeutet der ND-Wert eigentlich? Er beschreibt den Faktor der Belichtungsverlängerung. „ND2“ bedeutet, dass du doppelt so lange Belichten kannst, als ohne Filter. „ND4“ entsprechend 4x so lange usw.

Dazu ein Beispiel. Ein Foto benötigt ohne ND Filter 1/1000sec Verschlusszeit, um korrekt belichtet zu werden. Verwendest du jetzt z.B. einen ND32 Filter, kannst du 36-mal länger belichten – die Verschlusszeit beträgt also 1/30sec.

ND32 Filter - 36-mal länger belichten
ND32 Filter – 36-mal länger belichten

Mehr Infos zu den eingesetzten Produkten

Fotos: Hoya, Sehnaz Seker, Unsplash, René Schubert

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